In der Aufstellungsversammlung am Mittwoch, den 12.11.2025 im Wirtshaus 1890 in Frammersbach stellten sich die insgesamt 18 Kandidat*innen und Ersatz- Kandidatinnen vor. Nahezu alle nannten den Klimawandel, das Artensterben, die Naturzerstörung und das Eintreten für eine wehrhafte Demokratie als Beweggründe für ihre Kandidatur.
Auf der grünen Liste kandidieren 7 Frauen und 9 Männer im Alter von 30 bis 72 Jahren. Ob Ingenieur, Förster, Techniker, Versicherungskaufmann, Steuerberaterin, Handwerksmeister oder Erzieherin oder auch schon im Ruhestand – alle stehen mitten im Leben und bringen sich beruflich und/oder ehrenamtlich in die Gemeinschaft ein. Die Lebenswelt von jungen Menschen und vor allem auch von jungen Frauen sollte mehr im Gemeinderat vertreten sein, das wünschen sich die grünen Spitzenkandidatinnen. Auf der grünen Liste in Frammersbach sind dann auch viele junge Bewerberinnen und Bewerber im oberen Drittel platziert.
Die beiden bisherigen Gemeinderäte Werner Friedel und Karlheinz Geiger treten erneut an. Sie lobten die konstruktive Zusammenarbeit mit den anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien. Beide wollen sich auch weiterhin für ein lebenswertes Frammersbach engagieren. Als konkrete Projekte wurden beispielsweise der weitere Ausbau erneuerbarer Energien zusammen mit der Bürgerenergie-Genossenschaft, ein verbesserter ÖPNV und ein klimaangepasstes Natur- und Waldmanagement genannt. Ziele, die auch im Wahlprogramm des Ortsverbandes zu finden sind.
Am 6. Februar 2026 besteht die Möglichkeit die Kandidatinnen und Kandidaten und das Wahlprogramm des Ortsverbandes auf einer Wahlveranstaltung in Frammersbach näher kennenzulernen. Dann wird auch die grüne Landratskandidatin Verena Frey nach Frammersbach kommen und sich und ihr Programm für den Kreis vorstellen.
Das Wahlergebnis für die Liste zur Gemeinderatswahl 2026 in Frammersbach von Bündnis90/Die Grünen:
- 1 – Julia Mill
- 2 – Karlheinz Geiger
- 3 – Marlene Haid
- 4 – Jonas Ostarek
- 5 – Jana Kissner
- 6 – Wolfgang Rüppel
- 7 – Silke Müller-Rüppel
- 8 – Werner Friedel
- 9 – Elke Herrmann-Rüppel
- 10 – Jochen Raue
- 11 – Harald Brand
- 12 – Jürgen Fischer
- 13 – Marco Hübner
- 14 – Martin Inderwies
- 15 – Anne Raue
- 16 – Renate Kohlhepp-Steigerwald
Ersatzkandidat*innen:
- Andrea Friedel
- Gabi Neuf-Rüth
Bock auf Zukunft? – Wahlprogramm Bündnis 90/Die Grünen Frammersbach zur Kommunalwahl 2026
1 – Heimat sichern. Menschen schützen
Mit Mut und Plan, für uns und unsere Kinder
Wir treiben den Ausbau erneuerbarer Energien voran – regional, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch verantwortungsvoll. Bürgerenergie, Windkraft, Speicherlösungen und ein starkes Gemeindewerk sorgen für Klimaschutz und günstige Energie vor Ort.
Feuerwehr und Bergwacht müssen bestmöglich ausgestattet sein: Sie schützen uns bei Hochwasser, Starkregen und Waldbrand. Ihre Arbeit verdient volle Unterstützung.
2 – Lebensgrundlagen bewahren
Weil ohne Natur und Umwelt alles nix ist
Die Biosphärenregion Spessart ist unsere große Chance: mehr Artenvielfalt, ökologischer Tourismus und Stärkung unserer Kultur. Wir wollen, dass Frammersbach aktiv daran teilhat.
Wir setzen auf stabile, artenreiche Mischwälder und auf natürliche Wasserspeicherung durch Feuchtwiesen und Rückhaltebecken – wichtiger Schutz vor Extremwetter.
Biotope, Streuobstwiesen und naturnahe Grünflächen sollen ausgebaut werden. Versiegelte Flächen wollen wir reduzieren oder smart nutzen – etwa mit PV-Überdachungen.
3- Wirtschaft, die Zukunft schafft
Arbeiten, gründen, wachsen – fair, nachhaltig, digital
Frammersbach braucht eine starke, moderne Wirtschaft. Wir unterstützen Betriebe, erleichtern Gründungen und sorgen für leistungsfähige Energie- und Datennetze.
Ein aktives Regionalmanagement soll Unternehmen, Kommunen und Zweckverbände vernetzen und lokale Betriebe gezielt stärken. Die Erdaushubdeponie bleibt – für regionale Entsorgungs- und Baukapazitäten.
Kreislaufwirtschaft ist Zukunft: Wir wollen den Wertstoffhof stärken und Recyclingangebote ausbauen.
Unsere Betriebe benötigen Fachkräfte, Frammersbach muss attraktiv für Pendler*innen und Beschäftigte bleiben. Faire, ökologische und soziale Unternehmensinitiativen unterstützen wir ebenso wie nachhaltigen Tourismus.
4 -Kinder und Jugend zählen – jetzt, nicht später.
Kinder sind nicht „nur“ Zukunft – sie sind die Gegenwart. Und sie haben was zu sagen.
Gute Betreuung von Anfang an: Wir stärken Krippen und Kindergärten und wollen moderne, sichere Spielplätze in allen Ortsteilen.
Der Schulstandort mit OGS muss erhalten und weiterentwickelt werden.
Kinder und Jugendliche sollen mitreden – deshalb wollen wir einen Kinder- und Jugendrat. Jugendzentrum, Bolzplätze, Skateranlagen und Ferienbetreuung müssen gesichert und ausgebaut werden.
5 – Mobilität, die verbindet – nicht ausschließt
nachhaltig, smart, inklusiv
Wir fördern E-Mobilität und schaffen dafür mehr Ladepunkte. Gleichzeitig schützen wir die Lebensqualität im Ort: Mehr Durchgangsverkehr – etwa durch die B26n – lehnen wir ab.
ÖPNV und Rufbusse bleiben wichtig und sollen verbessert werden. Carsharing und autonomes Fahren wollen wir auch im ländlichen Raum etablieren.
Radverkehr braucht endlich Priorität: sichere Wege, klare Verkehrsführung und Schutz an Gefahrenstellen. Wir setzen uns für Tempo 30 und Querungshilfen auf innerörtlichen Hauptstraßen ein.
6 – Frammersbach lebt vom fairen Miteinander.
Gestalten und Verantwortung übernehmen – für Vielfalt und ein faires Miteinander
Frammersbach steht für Vielfalt. Wir stellen uns entschieden gegen Hass, Hetze und Diskriminierung. Ein Willkommenspaket soll neuen Bürger*innen Orientierung geben und Integration erleichtern.
Bürgerbeteiligung muss einfacher und digitaler werden – etwa durch eine weiterentwickelte Heimat-Info-App.
Wir bauen Barrieren ab und fördern Inklusion.
Als Fairtrade-Kommune wollen wir fairen Handel im Alltag sichtbarer machen.
7 –Wohnen und Leben für Jung und Alt
Attraktiv, gemeinsam und bezahlbar
Wir fördern seniorengerechte, gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnformen, sowie Beratungen zur bedarfsgerechten Umgestaltung von Wohnraum.
Ein Bürgerzentrum im Ortskern soll neuer sozialer und kultureller Mittelpunkt werden.
Unser Schwimmbad bleibt – durch energetische Modernisierung und Weiterentwicklung.
Regionale, faire Lebensmittelversorgung ist unverzichtbar. Die haus- und zahnärztliche Versorgung sowie das Seniorenzentrum müssen langfristig gesichert werden.
Wir stärken Nachbarschaft und Kultur: Repair-Café, Flohmarkt, historische Wege, Spessartflimmern und ein neues Kultur-Budget für Vereine und Initiativen.
Friedhöfe sollen langfristig gepflegt und finanzierbar bleiben – als wichtige Orte des Gedenkens.
8 – Vereine sind die Basis unserer Dorfgemeinschaft
Fördern und Stärken
Vereine halten unser Dorf zusammen. Wir unterstützen sie mit modernen Sportstätten, Proberäumen, dem Freizeitgebiet Sauerberg und einer koordinierenden Gemeindeverwaltung.
Ehrenamt verdient Anerkennung – besonders die engagierten Kinder- und Jugendtrainer*innen, ohne die vieles nicht möglich wäre.