Pressemitteilung
Stadt als Veranstalter – Werbegemeinschaft als Partner
Die Vorsitzende der Lohrer Grünen, Bärbel Imhof, hat größtes Verständnis für den
Rückzug der Werbegemeinschaft aus der alleinigen Verantwortung für die großen
Stadtfeste:
„Ehrenamtlich kann die Verantwortung für Sicherheit, Haftungsrisiken und den
kompletten Organisationsaufwand in einer Zeit erhöhter Sicherheitsauflagen und
technischer Anforderungen nicht mehr allein der Werbegemeinschaft zugemutet
werden.“
Aus Sicht der Grünen braucht es daher eine klare professionelle Unterstützung
seitens der Stadt. Die Fraktion kündigt an, hierzu einen entsprechenden Antrag in
den Stadtrat einzubringen. Mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen 2026
soll im städtischen Etat ein eigener Haushaltstitel für Innenstadtfeste und Events mit
einem angemessenen Budget verankert werden.
Darüber hinaus müsse im Stadtrat grundsätzlich über zukunftsfähige
Veranstaltungsmodelle diskutiert werden. Denkbar sei ein kooperatives Modell
zwischen Werbegemeinschaft und Stadt: Die Wirtschaftsförderung bzw. das
Stadtmarketing könnten künftig als offizielle Veranstalter auftreten und
Verantwortung für Sicherheitskonzepte, Haftungsfragen, technische Infrastruktur,
Absperrungen und die Einwerbung von Fördermitteln übernehmen. Die
Werbegemeinschaft würde weiterhin die inhaltliche Gestaltung tragen – etwa
Programm, Aktionen des Handels, Events und kreative Ideen. Eine genaue
Aufgabenverteilung sollte vertraglich oder in einer Geschäftsordnung klar geregelt
werden. Ziel sei es, das Ehrenamt zu entlasten, ohne dessen Ideen, Nähe zur
Kundschaft und Reichweite zu verlieren.
Bereits 2012 wurde im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) mit Zielhorizont
2030 festgelegt, dass ein städtisches Citymanagement aufgebaut werden soll. Zwar
hat die Stadt seither Instrumente wie Projektfonds, Initiativkreis und Citymanagement
geschaffen. Gleichzeitig wurden die großen Stadtfeste wie Frühlings- und
Rambourfest jedoch nie strukturell in ein professionelles Citymanagement überführt,
sondern blieben faktisch Aufgaben der Werbegemeinschaft. Der aktuelle Schritt der
Werbegemeinschaft, die Hauptverantwortung abzugeben, ist daher eine
konsequente Folge einer bereits seit 2012 als nicht zukunftsfähig erkannten Struktur.
Ein Blick in andere Kommunen zeigt, dass es heute absolut üblich ist, dass die Stadt
oder eine professionelle Stadtmarketing-Organisation als verantwortlicher
Veranstalter auftritt und die formalen und sicherheitsrelevanten Aufgaben übernimmt.
Die inhaltliche Ausgestaltung der Feste erfolgt dort weiterhin gemeinsam mit
Werbegemeinschaften und Stadtmarketing-Gremien.
Lohr hat sich als Schneewittchenstadt überregional ein starkes touristisches Profil
erarbeitet, an dessen Erfolg auch die Werbegemeinschaft einen großen Anteil hat.
Frühlings- und Rambourfest sowie der Zwergenaufstand sind absolute Highlights im
Stadtgeschehen und ziehen zahlreiche Gäste nach Lohr, die ihr Geld in der Stadt
lassen. Tourismus ist längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Städte und trägt zur
Sicherung von Arbeitsplätzen im Handel und in der Gastronomie bei.
„Wir brauchen eine fruchtbare Verzahnung zwischen Ehrenamt und
Professionalisierung. Andernfalls verlieren wir wertvolle Ressourcen und ein Stück
unserer Stadtidentität“, betont Bärbel Imhof.